Unterweisung in Kanshoji

Im Zen Sôtô wird die Unterweisung von Person zu Person weitergegeben.

In Kanshoji wird sie von Taiun Jean-Pierre Faure, gegeben, der die Übertragung des Dharmas von Dônin Minamizawa Roshi erhalten hat.

Selbst wenn die Lehre in jeder Epoche verändert wird, stützt sie sich auf die Unterweisung der Gründer und der Patriarchen. In Kanshoji wird die Unterweisung in den verschiedenen unten beschriebenen traditionellen Formen des Zen Sôtô gegeben (siehe auf Seite „Sôtô Zen Buddhismus“).

Alle Unterweisungen werden ins Englische übersetzt.

Kusen

Mündliche Unterweisung während Zazen

Das Kusen ist die mündliche Unterweisung, die vom Meister während des Zazen gegeben wird.

Es ist keine Literatur. Die Sätze sind einfach, kurz und direkt. Das Kusen wendet sich an das Unbewusste, an das Herz des Schülers.
Der Schüler soll nicht versuchen es mit dem Geist zu verstehen.

Wie kann man zum ursprünglichen Geist zurückkehren?

Meister Deshimaru sprach von der wahren Religion. Er sagte: „Die Religion vor der Religion“, die Religion vor den Worten und Dogmen. Dies sind nicht die Religionen, die sich gegenüberstehen, sondern diejenigen, die uns mit dem ursprünglichen Geist verbinden, diejenigen, die uns durch das, was wir gemeinsam haben, über Sichtweisen und Unterschiede hinaus miteinander verbinden. Religionen, die es Menschen, den menschlichen Wesen ermöglicht, in Frieden miteinander zu leben.

Meistens wissen wir nicht, wie wir korrekt auf das reagieren sollen, was uns passiert. Manchmal antworten wir in einem fieberhaften, wütenden, unaufmerksamen Geist. Zu anderen Zeiten reagieren wir mit Ismen, mit konventionellem Verhalten. Buddhas Vorschlag ist es, mit einem reinen Geist zu antworten, frei von Vorurteilen, völlig besänftigt, jenseits jedes egoistischen Interesses. Dies bedeutet, dem Universum jederzeit mit einem erweckten Verstand zu begegnen.

Es bedeutet, dass wir so oft wie möglich präsent sein sollen in diesem weiten und wachsamen Geist. Was uns fehlt, ist diese Gegenwart des Geistes. Es bedeutet, in diesem völlig verfügbaren ursprünglichen Geist präsent zu sein. Das ist es, was es uns ermöglicht korrekt, sofort und spontan zu reagieren. Es ist Buddha, der Buddha antwortet

Was diesen ursprünglichen Geist bedeckt und begräbt, ist die verwirrte und unbewusste Unruhe von aller Arten von persönlichen Standpunkten, aller Art von Interessen.
Deshalb ist es so wichtig den Weg zu kennen, der uns immer wieder zum ursprünglichen Geist zurückführt. Ihn zu kennen, heisst ihn zu praktizeiren.

Zazen ist die bewegungslose Reise, diejenige, auf der wir zum ursprünglichen Geist zurückkehren. Der wichtige Punkt ist, zu verstehen, wie man zum ursprünglichen Geist zurückkehrt.

Der erste Punkt ist, auf die toxischen Ströme und den Sumpf egoistischer Vorstellungen zu verzichten, in denen „alberne Wesen ertrinken und sich verlieren“.

Der zweite Punkt: Auch wenn es uns gelingt, auf die Wege des Bösen zu verzichten, werden wir aufgefordert, diese unbewegliche Reise fortzusetzen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was ständig mit dem Bewusstsein geschieht, ohne zu versuchen, etwas zu fangen oder zu fliehen, d.h. ohne uns Gedanken darüber zu machen, was erscheint oder verschwindet.

Drittens: Wenn man durch Unglück in beunruhigende Leidenschaften wie Wut oder Lust geraten ist, ist es immer möglich, sich von ihnen zu befreien. Lasst uns nicht wie dieser kleine Affe sein, der seine Hand in eine Kiste steckt, um eine Kokosnuss zu fangen, der nicht sehen kann, dass er durch das Schließen seiner Hand um die Nuss diese nicht mehr herausziehen kann. Er ist nicht in der Lage, zwischen Freiheit und Tod zu wählen.

Befreiung wird vor allem nicht durch Brutalität oder Gewalt erreicht, sondern durch einen ruhigen, angstfreien Blick auf das, was uns fixiert, was uns blockiert.
Es erfordert große Ruhe, große Feinfühligkeit, es erfordert Furchtlosigkeit. Das ist es, was die Welt so sehr braucht.

Das sind die drei Aspekte, die für die korrekte Praxis von Zazen notwendig sind: auf den Weg des Bösen zu verzichten, sich nicht um das zu kümmern was erscheint und verschwindet, und in der Lage zu sein, Finger für Finger die Hand zu öffnen, die an die Gedanken geklammert ist.

Den ursprünglichen Geist zu erreichen bedeutet, an dem Ort anzukommen, an dem alle Bewegungen des Verstandes gestoppt werden, an dem es keine Fabrikation oder Produktion von jeglichen Dingen gibt. Mit diesem Geist können wir in Frieden mit uns selbst und mit anderen leben. Das ist die Majestät des Weges.

Taiun JP Faure, April 2019

Alles ist Geist

Meister Dôgen sagt: „Die Berge und die Täler sind wahrer Geist.“Das ist derselbe Geist, der sich vor Milliarden von Jahren in Form des Urknalls manifestiert hat. Das ist derselbe Geist, der sich seitdem entwickelt. Jede Existenz ist…

Alle Formen des Lebens respektieren

In Eheiji, dem von Meister Dôgen gegründeten Kloster, fliesst von den Bergen kommend ein Bach. Es wird gesagt, dass Meister Dôgen, wenn er mit seiner Kelle Wasser aus dem Bach schöpfte die Menge benutzte die er benötigte und den Rest aus…

"Religion der Erweckung"

Viele Menschen fragen sich was der Buddhismus eigentlich ist. Buddhismus ist ein Wort das im Westen eingeführt wurde – etwas sehr abstraktes. Man sollte besser vom Weg Buddhas sprechen – Buddha bedeutet der Erweckte, derjenige der erweckt…

Shosan

Begegnung mit dem Abt

Bei einer Tasse Tee im Kreis der Schüler spricht der Meister frei über das Dharma.
Unterweisungen zumeist im Zusammenhang mit Alltagssituationen.

Ein Kloster ist nicht groß, weil es viele Schüler hat.
Es ist groß, weil man in ihm jeden Tag Shosan praktiziert.
Meister Dôgen

Shôsan zum Engagierten Buddhismus

Das Shôsan bezieht sich auf den Film „Le vénérable W.“ über einen Mönch aus Birma, der Haltung zum islamischen Rassismus bezieht.Ich habe Vorbehalte gegenüber der Haltung des Engagierten Buddhismus, der in die politische Richtung…

Zen und Psychoanalyse

" [...] Das Zen ist ein ganz anderer Weg, der nicht das Ego reparieren möchte, es mit der Gesellschaft und den Seinesgleichen kompatibel machen möchte. Das Zen kümmert sich um andere Probleme, um andere Wagnisse [...]"(Video auf fr…

Mondo

Fragen und Antworten

Im Mondo hat der Schüler die Gelegenheit dem Meister eine Frage zu Aspekten der Unterweisung und zu ihrer Realisierung im Alltagsleben zu stellen.

Teisho

Vorträge

Die Unterweisung im Rahmen eines Vortrags zu einem gegebenen Thema.

Ansprache des Abtes während der Generalversammlung der AZK

Unsere materialistischen, westlichen Gesellschaften ernähren sich leider allzu oft von der Energie der drei Gifte. Sie sind in der Krise und brechen auseinander… Es muss sich etwas in unserer Lebensart ändern…Wie Buddha sagt, mündet…

Ein Gespräch mit Taiun JP Faure ("Regards bouddhistes")

(Hier einige Auszüge aus einem Gespräch mit Taiun Jean-Pierre Faure, Abt des Klosters Kanshoji, geleitet von der französischen Serie "Regard Bouddhiste" vom 4. Januar 2016. )Regards Bouddhistes: Es gibt eine vorgefasste Meinung von Gewaltlosigkeit,…

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô ZenTaiun Jean-Pierre Faure Es ist fundamental zu verstehen, warum wir diese 10 Tage zusammen in diesem Kloster verbringen : „Wozu sind wir hierhergekommen, was ist die echte…

Gedichte

Folgen der Sendung Buddhistische Weisheiten (Sagesses Bouddhistes) auf France 2

  • Quelle place et quel sens donner à la vie monacale ?
  • Comprehension du Bouddhisme par les occidentaux, difficultés et pièges.
  • La relation maître disciple
  • La résonance dans la voie du Bouddha
  • Le désir d’appropriation, sources de toutes les souffrances