Unterweisung in Kanshoji

Im Zen Sôtô wird die Unterweisung von Person zu Person weitergegeben.

In Kanshoji wird sie von Taiun Jean-Pierre Faure, gegeben, der die Übertragung des Dharmas von Dônin Minamizawa Roshi erhalten hat.

Selbst wenn die Lehre in jeder Epoche verändert wird, stützt sie sich auf die Unterweisung der Gründer und der Patriarchen. In Kanshoji wird die Unterweisung in den verschiedenen unten beschriebenen traditionellen Formen des Zen Sôtô gegeben (siehe auf Seite “Sôtô Zen Buddhismus”).

Alle Unterweisungen werden ins Englische übersetzt.

Kusen

Mündliche Unterweisung während Zazen

Das Kusen ist die mündliche Unterweisung, die vom Meister während des Zazen gegeben wird.

Es ist keine Literatur. Die Sätze sind einfach, kurz und direkt. Das Kusen wendet sich an das Unbewusste, an das Herz des Schülers.
Der Schüler soll nicht versuchen es mit dem Geist zu verstehen.

Ein Baby im Mutterleib erhält sein Leben ohne die geringste Anstrengung. Es erhält das Leben von seiner Mutter. Seine Mutter erhält das Leben vom Universum. Wir erhalten in jedem Augenblick unser Leben vom gesamten Universum.
Dieses Baby aus dem Mutterleib erhält die Milch seiner Mutter. Seine Mutter gibt ihm ihr Leben, sie schenkt ihm ihre ganze Liebe. Wenn dieses Baby heranwächst, wird es erwachsen werden und in der Folge gibt es sein Leben allen Existenzen weiter.
Buddhas Lehre begleitet uns in dieser unumgänglichen Entwicklung. Wir empfangen Leben und geben selber Leben weiter. Unser Leben ist ein Austausch, eine gegenseitige Abhängigkeit, eine Zusammenarbeit mit dem ganzen Universum.
In einigen Ländern arbeiten Kinder von klein auf. Mit 12 Jahren leisten sie ihren Beitrag an ihre Familie, an ihr Dorf. Früher war man in Europa mit 21 Jahren erwachsen. Heute ist es mit 18. Manche Leute verlangen, dass es mit 16 sein soll.
Wie dem auch sei, die erwachsene Form des Menschen ist, den anderen Existenzen in gleicher Weise zu dienen wie diese zu unseren Diensten sind. Wie ein Baby bleiben zu wollen, vom Leben anderer saugen zu wollen, ohne etwas zu geben, ist nicht der Normalzustand. “Ich will anderen nichts geben, ich denke nur an mich selbst…” dies bedeutet, vom Normalzustand abzuweichen und andere, aber auch sich selbst, leiden zu lassen.
Vor allen Dingen möchte ich nicht Schuldgefühle in euch wecken. Der Buddha hat nie die Energie der Schuldgefühle genutzt, um seine Schüler zur Entfaltung zu bringen. In den Sutras heißt es sogar, Schuld sei Gift. Es geht nur darum, das Offensichtliche zu sehen, auf eine von den drei Giften gereinigte Sicht Zugriff zu haben, selbst zu entscheiden, ob wir an dieser von den drei Giften gereinigte Sicht interessiert sind. Wenn dem so ist, dann besteht der Weg, uns davon zu befreien darin, in die richtige Körper-Geist-Haltung zu treten wo Körper und Geist in Einheit sind, wie jetzt in Zazen.
Wenn ihr eure Aufmerksamkeit auf jeden Punkt der Haltung richtet, wenn ihr die Nieren streckt, wenn ihr euch vom Rücken bis zum Scheitel abrollt, wenn ihr mit den Knien auf den Boden drückt, wenn ihr den Himmel stemmt indem ihr auf den Boden drückt, wenn ihr das mit einer unendlichen Feinheit und in kontinuierlicher Weise, ohne Unterbrechung tut, dann seht ihr selbst mit Körper und Geist, dass alle Phänomene leer sind. ihr seht dann, dass sie nur aufgrund von Unbeständigkeit und gegenseitiger Abhängigkeit existieren und dass all die Kommentare, die ihr dieser Realität hinzufügt, all die Bilder, die ihr euch von dieser Realität macht, all die Interpretationen, meistens nicht notwendig sind. Sie sind nicht notwendig, um auf das Wesentliche zuzugreifen, welches gerade darin besteht, mit allen Existenzen in Einheit zu sein, in einem unbewussten, ausgewogenen Austausch mit allen Existenzen zu stehen.
Ihr versteht dann, dass all eure mentalen Ausscheidungen ein Hindernis für die wahre Liebe sind, dass sie nur Berechnungen sind die meistens durch egoistische Interessen motiviert sind. Auf diese Weise kommt ihr gerne zurück, um euch mit der Realität zu vereinen, so bringt ihr euren Geist zu jedem Punkt der Haltung zurück. Wie der große Meister Bodhidharma sagte: “sich hineingeben und mit dem Mysterium vereinen…” Das ist das Wunderbarste was es gibt.
Sich mit Eifer mit dem Geheimnisvollen, dem Unerklärlichen vereinen… Welch ein Wunder!

Taiun Jean-Pierre Faure, August 2020

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Befreiung

Zen ist die direkteste und einfachste Form der Praxis des Buddhismus. Zen ist nichts anderes als Zazen, die Meditation ohne Objekt. Zazen praktizieren bedeutet,wieder gewonnene Freiheit zu erfahren und so die reine Realität, das reine Dasein…
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Glaube: Kraft und Weisheit

Ein authentisches und rechtschaffendes Leben verlangt es Glauben zu haben. Im Buddhismus ist der Glaube nicht der Glaube an etwas. Es ist nicht der Glauben an ein Glaubenssystem oder ein Aberglaube. Es handelt sich nicht um den Glauben daran,…

Befreit vom ICH

Morgens, wenn wir das Kesa anlegen, erinnern wir uns an das was unsere Praxis ist indem wir singen:             Oh großes Gewand der Befreiung Bereich des Glücks jenseits jeglicher Form Das Kesa repräsentiert die Lehre Buddhas,…

Shosan

Begegnung mit dem Abt

Bei einer Tasse Tee im Kreis der Schüler spricht der Meister frei über das Dharma.
Unterweisungen zumeist im Zusammenhang mit Alltagssituationen.

Ein Kloster ist nicht groß, weil es viele Schüler hat.
Es ist groß, weil man in ihm jeden Tag Shosan praktiziert.
Meister Dôgen

Shôsan zum Engagierten Buddhismus

Das Shôsan bezieht sich auf den Film „Le vénérable W.“ über einen Mönch aus Birma, der Haltung zum islamischen Rassismus bezieht. Ich habe Vorbehalte gegenüber der Haltung des Engagierten Buddhismus, der in die politische Richtung…

Zen und Psychoanalyse

" [...] Das Zen ist ein ganz anderer Weg, der nicht das Ego reparieren möchte, es mit der Gesellschaft und den Seinesgleichen kompatibel machen möchte. Das Zen kümmert sich um andere Probleme, um andere Wagnisse [...]" (Video auf fr…

Mondo

Fragen und Antworten

Im Mondo hat der Schüler die Gelegenheit dem Meister eine Frage zu Aspekten der Unterweisung und zu ihrer Realisierung im Alltagsleben zu stellen.

Teisho

Vorträge

Die Unterweisung im Rahmen eines Vortrags zu einem gegebenen Thema.

Ansprache des Abtes während der Generalversammlung der AZK

Unsere materialistischen, westlichen Gesellschaften ernähren sich leider allzu oft von der Energie der drei Gifte. Sie sind in der Krise und brechen auseinander… Es muss sich etwas in unserer Lebensart ändern… Wie Buddha sagt, mündet…

Ein Gespräch mit Taiun JP Faure (“Regards bouddhistes”)

(Hier einige Auszüge aus einem Gespräch mit Taiun Jean-Pierre Faure, Abt des Klosters Kanshoji, geleitet von der französischen Serie "Regard Bouddhiste" vom 4. Januar 2016. ) Regards Bouddhistes: Es gibt eine vorgefasste Meinung von Gewaltlosigkeit,…

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen Taiun Jean-Pierre Faure   Es ist fundamental zu verstehen, warum wir diese 10 Tage zusammen in diesem Kloster verbringen : „Wozu sind wir hierhergekommen, was ist die echte…

Gedichte

Folgen der Sendung Buddhistische Weisheiten (Sagesses Bouddhistes) auf France 2

  • Kanshoji, monastère zen dans le Périgord Vert
  • Quelle place et quel sens donner à la vie monacale ?
  • Comprehension du Bouddhisme par les occidentaux, difficultés et pièges.
  • La relation maître disciple
  • La résonance dans la voie du Bouddha
  • Le désir d’appropriation, sources de toutes les souffrances