Unterweisung in Kanshoji

Im Zen Sôtô wird die Unterweisung von Person zu Person weitergegeben.

In Kanshoji wird sie von Taiun Jean-Pierre Faure, gegeben, der die Übertragung des Dharmas von Dônin Minamizawa Roshi erhalten hat.

Selbst wenn die Lehre in jeder Epoche verändert wird, stützt sie sich auf die Unterweisung der Gründer und der Patriarchen. In Kanshoji wird die Unterweisung in den verschiedenen unten beschriebenen traditionellen Formen des Zen Sôtô gegeben (siehe auf Seite “Sôtô Zen Buddhismus”).

Alle Unterweisungen werden ins Englische übersetzt.

Kusen

Mündliche Unterweisung während Zazen

Das Kusen ist die mündliche Unterweisung, die vom Meister während des Zazen gegeben wird.

Es ist keine Literatur. Die Sätze sind einfach, kurz und direkt. Das Kusen wendet sich an das Unbewusste, an das Herz des Schülers.
Der Schüler soll nicht versuchen es mit dem Geist zu verstehen.

Ein authentisches und rechtschaffendes Leben verlangt es Glauben zu haben. Im Buddhismus ist der Glaube nicht der Glaube an etwas. Es ist nicht der Glauben an ein Glaubenssystem oder ein Aberglaube. Es handelt sich nicht um den Glauben daran, dass uns eine externe Kraft retten kann oder die Probleme des Lebens und des Sterbens für uns lösen kann. Hören wir auf zu leben wie ein Lügner! Der Glauben, das ist die Kraft und die Weisheit – beide sind notwendig. Die Kraft des Geistes, der die Fantastereien zurechtstutzt. Die Weisheit, die uns zum anderen Ufer führt, zum Ufer des Mitgefühls.

Wir sehen durch diese Pandemie, dass unser Leben unvorstellbar fragil ist, dass unsere Zukunft im Unsicheren liegt.

Wir haben die ausserordentliche und einmalige Chance die menschliche Form anzunehmen. Dieses Leben ist wie ein Wassertropfen auf dem Schnabel eines Wasservogels – in jedem Moment bereit herunterzufallen und in den ursprünglichen Ozean zurückzukehren.

Im Blick auf diese naturgegebene Realität wählen manche ein materielles Leben, das sich auf das Profitieren beschränkt, darauf beschränkt ein Maximum an Vergnügungen zu erfahren. Dieses egoistische Leben, ohne Licht, kann den Menschen nicht befriedigen.

Selbst wenn unser Leben die Ewigkeit durchstreift wie ein Blitz ist es wunderbar. Wunderbar unter der Bedingung, dass man es lebt in der Wahrhaftigkeit, ohne sich Geschichten zu erzählen.

Unser Leben ist das Leben des Universums, ohne Trennung von allen Existenzen. Im Einverständnis mit dieser Wahrheit öffnet sich das Herz allen Existenzen, wir genießen die Generosität Buddhas.

Eines Tages ist sie zuende. Eines Tages wird die Welt, die wir vor unserem Geist sehen, verlöschen, für immer. Das ist ein Naturgesetz : Was geboren wird stirbt eines Tages. Vielleicht verschwindet die menschliche Rasse viel früher als wir uns das vorgestellt haben. Vielleicht aufgrund eines Virus, vielleicht aufgrund unserer Fehler. Wer weiß ?

Vor dieser Realität verlangen die Buddhas von uns gut über unsere Art des Lebens  nachzudenken. Die Lebensart der Buddhas ist es mit vollem Herzen zu leben, das heißt mit Glauben: mit Kraft und Weisheit.

Was der Mensch mehr als alles lieben soll ist der aktuelle Moment, da es in diesem Moment ist in dem wir das Leben des Universums erhalten. Den aktuellen Moment lieben das ist eine wohlgesinnte Aufmerksamkeit auf alles richten was uns erscheint, alle Formen des Lebens respektieren, allen Existenzen zu Diensten zu sein. Das ist die wahre Liebe.

Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise ist eine heilsame existentielle Krise, die von uns verlangt alles Frivole, Überflüssige, Illusorische abzustreifen und uns dem Essentiellen zu widmen: erweckt leben in allen Aspekten des Lebens und in jedem Moment des Lebens. Es gibt keine Zeit zum Abschweifen, zum Aufschieben, keine Zeit sich ungeniert zu verhalten.

Was der Mensch mehr als alles lieben soll ist der aktuelle Moment, offen zu sein für den Dienst am Leben. Dies verlangt Kraft und Weisheit.

Taiun JP Faure, Mai 2020

Befreit vom ICH

Morgens, wenn wir das Kesa anlegen, erinnern wir uns an das was unsere Praxis ist indem wir singen:             Oh großes Gewand der Befreiung Bereich des Glücks jenseits jeglicher Form Das Kesa repräsentiert die Lehre Buddhas,…
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Der Morgengeist der Welt

Der Geist von Zazen ist der Morgengeist der Welt, bevor die Leidenschaften, bevor die Flammen aufgehen. Mit dem Tag zu erwachen, der gerade aufsteigt. Achten Sie darauf, sich nicht von den üblichen Sorgen leiten zu lassen. Bewahren Sie die…

Das Feuer in unseren Köpfen löschen

Shakyamuni Buddha sagte bereits zu seiner Zeit: Die Welt steht in Flammen. Wir müssen das Feuer in unseren Köpfen löschen, die Flammen der Leidenschaften. Im Jahr 2002 sagte ein Staatsoberhaupt auf einer Konferenz: Unser Haus brennt und…

Shosan

Begegnung mit dem Abt

Bei einer Tasse Tee im Kreis der Schüler spricht der Meister frei über das Dharma.
Unterweisungen zumeist im Zusammenhang mit Alltagssituationen.

Ein Kloster ist nicht groß, weil es viele Schüler hat.
Es ist groß, weil man in ihm jeden Tag Shosan praktiziert.
Meister Dôgen

Shôsan zum Engagierten Buddhismus

Das Shôsan bezieht sich auf den Film „Le vénérable W.“ über einen Mönch aus Birma, der Haltung zum islamischen Rassismus bezieht. Ich habe Vorbehalte gegenüber der Haltung des Engagierten Buddhismus, der in die politische Richtung…

Zen und Psychoanalyse

" [...] Das Zen ist ein ganz anderer Weg, der nicht das Ego reparieren möchte, es mit der Gesellschaft und den Seinesgleichen kompatibel machen möchte. Das Zen kümmert sich um andere Probleme, um andere Wagnisse [...]" (Video auf fr…

Mondo

Fragen und Antworten

Im Mondo hat der Schüler die Gelegenheit dem Meister eine Frage zu Aspekten der Unterweisung und zu ihrer Realisierung im Alltagsleben zu stellen.

Teisho

Vorträge

Die Unterweisung im Rahmen eines Vortrags zu einem gegebenen Thema.

Ansprache des Abtes während der Generalversammlung der AZK

Unsere materialistischen, westlichen Gesellschaften ernähren sich leider allzu oft von der Energie der drei Gifte. Sie sind in der Krise und brechen auseinander… Es muss sich etwas in unserer Lebensart ändern… Wie Buddha sagt, mündet…

Ein Gespräch mit Taiun JP Faure (“Regards bouddhistes”)

(Hier einige Auszüge aus einem Gespräch mit Taiun Jean-Pierre Faure, Abt des Klosters Kanshoji, geleitet von der französischen Serie "Regard Bouddhiste" vom 4. Januar 2016. ) Regards Bouddhistes: Es gibt eine vorgefasste Meinung von Gewaltlosigkeit,…

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen Taiun Jean-Pierre Faure   Es ist fundamental zu verstehen, warum wir diese 10 Tage zusammen in diesem Kloster verbringen : „Wozu sind wir hierhergekommen, was ist die echte…

Gedichte

Folgen der Sendung Buddhistische Weisheiten (Sagesses Bouddhistes) auf France 2

  • Kanshoji, monastère zen dans le Périgord Vert
  • Quelle place et quel sens donner à la vie monacale ?
  • Comprehension du Bouddhisme par les occidentaux, difficultés et pièges.
  • La relation maître disciple
  • La résonance dans la voie du Bouddha
  • Le désir d’appropriation, sources de toutes les souffrances