Unterweisung in Kanshoji

Im Zen Sôtô wird die Unterweisung von Person zu Person weitergegeben.

In Kanshoji wird sie von Taiun Jean-Pierre Faure, gegeben, der die Übertragung des Dharmas von Dônin Minamizawa Roshi erhalten hat.

Selbst wenn die Lehre in jeder Epoche verändert wird, stützt sie sich auf die Unterweisung der Gründer und der Patriarchen. In Kanshoji wird die Unterweisung in den verschiedenen unten beschriebenen traditionellen Formen des Zen Sôtô gegeben (siehe auf Seite „Sôtô Zen Buddhismus“).

Alle Unterweisungen werden ins Englische übersetzt.

Kusen

Mündliche Unterweisung während Zazen

Das Kusen ist die mündliche Unterweisung, die vom Meister während des Zazen gegeben wird.

Es ist keine Literatur. Die Sätze sind einfach, kurz und direkt. Das Kusen wendet sich an das Unbewusste, an das Herz des Schülers.
Der Schüler soll nicht versuchen es mit dem Geist zu verstehen.

„Religion der Erweckung“

Viele Menschen fragen sich was der Buddhismus eigentlich ist. Buddhismus ist ein Wort das im Westen eingeführt wurde – etwas sehr abstraktes. Man sollte besser vom Weg Buddhas sprechen – Buddha bedeutet der Erweckte, derjenige der erweckt ist. Man kann auch dem westlichen Geist entsprechend sagen, dass der Buddhismus die Religion der Erweckung ist. Was an erster Stelle steht, woran man nicht vorbeikommt, das ist die Erweckung – nicht das Wissen oder die Techniken.

Die Erweckung, das ist die Funktionsweise des Universums. Das Universum stützt sich weder auf Theorien noch auf Rezepte, es stützt sich auf das Geistige. Betrachten wir zum Beispiel ein kleines Kind, das gerade noch im Bauch seiner Mutter war. Dieses kleine Kind lernt in kürzester Zeit etwas Wundervolles: die Sprache. Es hat keinen Lehrer, man erklärt ihm nicht die Grammatik. Nur durch sich selbst lernt es zu sprechen, weil sein Geist frei von jedem Konzept ist, von jeder Vorstellung, von jeder Formatierung. Die Erweckung erlaubt es unser Leben auf die korrektest mögliche Art zu führen.

In der Überfülle des Wissens, der Techniken, der Werbebotschaften die unseren Geist beschäftigen, vor all diesen mehr oder minder wahren Informationen die man erhält ist man zumeist verloren: „Was soll ich tun? Was ist richtig?“ Es ist wichtig dem total offenen Geist einen Platz einzuräumen, dem Geist der alle Dinge unbewusst versteht. Es ist wichtig die Erweckung an die erste Stelle in unserem Leben zu stellen. Das Universum funktioniert in diesem Modus der Erweckung bereits seit ewigen Zeiten und es ist hierbei niemals in Schwierigkeiten gekommen.

Im Kloster ist alles darauf ausgerichtet um zu einem erweckten Leben zurückzufinden. Das heisst sich nicht verwirren zu lassen sich nicht den Kopf zu zerbrechen: „Was werde ich heute morgen essen? Was werde ich anziehen?“ Alles ist so organisiert, dass man sich vollständig der Erweckung widmen kann. Zu einer tiefen Kenntnis zu gelangen, die ich als die durchdringende Vision bezeichne – diese Vision, die uns verstehen lässt woher die Dinge kommen, und wohin sie in der Zeit und auch im Raum hintreiben. Am Ende sollen wir Vertrauen in den Zustand der Erweckung haben.

Den Glauben haben, das heisst zu praktizieren so wie wir es jetzt im Zazen tun: sich nicht mit den Gedanken beschäftigen die von selbst im Bewusstsein auftauchen und die von selbst wieder aus dem Bewusstsein verschwinden. Diesen erweckten Zustand beibehalten – die reine Existenz, die Existenz ohne Gedanken, die Existenz ohne Kommentar, ohne Interpretation, ohne Abwägungen – ohne die Realität mit unseren mentalen Fantasien zu ergänzen.

Den Kopf aufrecht über den Schultern tragen, den Kopf nicht nach vorne fallen lassen. Die Ohren sind in der Ebene der Schultern. Die Nasenspitze ist senkrecht über dem Nabel. Die Atmung kommt und geht frei, von selbst. Ihr tretet der Realität so wie sie ist gegenüber. Ihr macht die Erfahrung der Existenz so wie sie ist, gereinigt von allem Mentalen.

Wenn es eine mentale Aktivität gibt, dann verharrt nicht in ihr, lasst sie erscheinen und vergehen. Kehrt ohne Unterlass zu einem offenen Geist zurück. Das ist genauso wie mit der Atmung: Das Wichtigste ist dass die Lungenflügel sich von aller schlechten Luft befreien, so dass mit der Einatmung die frische Luft in unsere Lungen strömen kann. Genauso ist es mit dem Geist. Wir müssen alle Gedanken loslassen, so dass ohne Unterlass etwas Neues in unserem Geist erscheint. Das nennt man im Zen die Atmung des Geistes, die kosmische Atmung. Das ist das Wichtigste von allem.

Taiun JP Faure, Mittwoch 17. Oktober 2018, 6.00 Uhr Zazen

Alle Gewässer kehren in den großen Ozean zurück

„Alle Gewässer kehren in den großen Ozean zurück“ - dieser Satz beschreibt eine absolute Wahrheit.Der Regen, die Bäche, die Flüsse, alle Gewässer, ihre Ausprägung, ihr Geschmack, sie kehren alle in den großen Ozean zurück, dessen…

Zur Quelle zurückkehren

Kusen von Taiun JP Faure,  Kanshoji, Juli 2012Zum Ursprung zurückkehren, zurückkehren zur Quelle dessen was wir sind.Im klaren Bewusstsein wieder eine Form des Universums werden, eine vollständige lebendige Form, ohne sich auf unsere…

Zum Absoluten Streben

Wir sondern Gedanken ab. Mit diesen Gedanken fachen wir Theorien an, wir übernehmen Glaubenssätze, wir klammern uns an Aberglauben. Wir haben Vorlieben : man mag dies, man mag jenes. Unser Leben spielt sich in diesem Labyrinth der Gedanken…

Shosan

Begegnung mit dem Abt

Bei einer Tasse Tee im Kreis der Schüler spricht der Meister frei über das Dharma.
Unterweisungen zumeist im Zusammenhang mit Alltagssituationen.

Ein Kloster ist nicht groß, weil es viele Schüler hat.
Es ist groß, weil man in ihm jeden Tag Shosan praktiziert.
Meister Dôgen

Shôsan zum Engagierten Buddhismus

Das Shôsan bezieht sich auf den Film „Le vénérable W.“ über einen Mönch aus Birma, der Haltung zum islamischen Rassismus bezieht.Ich habe Vorbehalte gegenüber der Haltung des Engagierten Buddhismus, der in die politische Richtung…

Zen und Psychoanalyse

" [...] Das Zen ist ein ganz anderer Weg, der nicht das Ego reparieren möchte, es mit der Gesellschaft und den Seinesgleichen kompatibel machen möchte. Das Zen kümmert sich um andere Probleme, um andere Wagnisse [...]"(Video auf fr…

Mondo

Fragen und Antworten

Im Mondo hat der Schüler die Gelegenheit dem Meister eine Frage zu Aspekten der Unterweisung und zu ihrer Realisierung im Alltagsleben zu stellen.

Teisho

Vorträge

Die Unterweisung im Rahmen eines Vortrags zu einem gegebenen Thema.

Ansprache des Abtes während der Generalversammlung der AZK

Unsere materialistischen, westlichen Gesellschaften ernähren sich leider allzu oft von der Energie der drei Gifte. Sie sind in der Krise und brechen auseinander… Es muss sich etwas in unserer Lebensart ändern…Wie Buddha sagt, mündet…

Ein Gespräch mit Taiun JP Faure ("Regards bouddhistes")

(Hier einige Auszüge aus einem Gespräch mit Taiun Jean-Pierre Faure, Abt des Klosters Kanshoji, geleitet von der französischen Serie "Regard Bouddhiste" vom 4. Januar 2016. )Regards Bouddhistes: Es gibt eine vorgefasste Meinung von Gewaltlosigkeit,…

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô ZenTaiun Jean-Pierre Faure Es ist fundamental zu verstehen, warum wir diese 10 Tage zusammen in diesem Kloster verbringen : „Wozu sind wir hierhergekommen, was ist die echte…

Gedichte

Folgen der Sendung Buddhistische Weisheiten (Sagesses Bouddhistes) auf France 2

  • Quelle place et quel sens donner à la vie monacale ?
  • Comprehension du Bouddhisme par les occidentaux, difficultés et pièges.
  • La relation maître disciple
  • La résonance dans la voie du Bouddha
  • Le désir d’appropriation, sources de toutes les souffrances