Unterweisung in Kanshoji

Im Zen Sôtô wird die Unterweisung von Person zu Person weitergegeben.

In Kanshoji wird sie von Taiun Jean-Pierre Faure, gegeben, der die Übertragung des Dharmas von Dônin Minamizawa Zenji erhalten hat.

Selbst wenn die Lehre in jeder Epoche verändert wird, stützt sie sich auf die Unterweisung der Gründer und der Patriarchen. In Kanshoji wird die Unterweisung in den verschiedenen unten beschriebenen traditionellen Formen des Zen Sôtô gegeben (siehe auf Seite „Sôtô Zen Buddhismus“).

Alle Unterweisungen werden ins Englische übersetzt.

Kusen

Mündliche Unterweisung während Zazen

Das Kusen ist die mündliche Unterweisung, die vom Meister während des Zazen gegeben wird.

Es ist keine Literatur. Die Sätze sind einfach, kurz und direkt. Das Kusen wendet sich an das Unbewusste, an das Herz des Schülers.
Der Schüler soll nicht versuchen es mit dem Geist zu verstehen.

Derjenige oder diejenige, die mit einem Geist in Frieden durch die Welt geht, derjenige hier, diejenige da, hilft der Welt. Derjenige oder diejenige, die mit einem Geist in Frieden durch die Welt geht, mit den Sorgen der Anderen im Blick, hilft der Welt. Derjenige oder diejenige, die in jedem Moment in die Richtung geht in der seine oder ihre Handlungen, Worte und Gedanken dem Anderen wohltuen, derjenige oder diejenige hilft der Welt, macht die Welt glücklicher. Derjenige der oder diejenige die ihr Leben diesen Dingen widmet ist ein Schüler Buddhas. Dies kann man als Mönch oder Nonne sein, aber auch als Bäcker, Klempner, Friseur … Im Grunde genommen ist es egal welchen Platz wir in der Welt einnehmen, das Wichtigste ist das Herz, ist der Geist.

Derjenige, der nur für das ICH das MICH und das MEINS handelt, derjenige der nur mit dem Weg zum Profit, dem Konsum, seinem Ruf und dem Bild das er von sich abgibt beschäftigt ist, der irrt sich in der Richtung. Wenn ihr den Weg der vom Buddha gelehrt wurde praktiziert um davon zu profitieren, um Vorteile zu geniessen, um bevorzugt zu werden oder um von den Anderen mehr geliebt zu werden, dann täuscht ihr euch und ihr täuscht die Anderen.

Meister Deshimaru hat nicht aufgehört zu wiederholen, dass alles Leiden der Menschheit von falschen Meistern kommt, von denen die eine falsche Richtung predigen.

Dieses Jahr haben sich einige Personen dem Weg Buddhas angenähert in der Hoffnung ihren Lebensunterhalt zu verdienen mit den wenigen Bruchstücken, die sie hier erworben haben. Ein Mönch ist arm. Er verdient sein Geld nicht mit dem Unglück der Anderen. Er nutzt sein Leben um sich zu erwecken und dass seine Erweckung allen anderen Existenzen nutzt.

Heutzutage nehmen zahlreiche Menschen psychologische Hilfe an. Weiterhin sind viele Menschen Therapeuten, Psychologen und Psychiater. Einige wählen es andere zu coachen, andere sind Influencer. Wenn ihr den anderen helfen wollt sich zu befreien von den Illusionen, den falschen Ansichten, von allem was das Leiden fördert, dann müsst ihr euch selbst in die richtige Richtung wenden. Das heißt zur Erweckung streben und das Gelübde abgeben, dass euer Leben für alle Existenzen wohltuend ist.

Buddha hat selbst den ursprünglichen Weg wiedergefunden. Der bei dem wir im Ursprung Buddha sind – so wie wir sind.

Dieser ursprüngliche Weg, dieser Weg mit dem Geschmack des althergebrachten, er existiert im tiefsten Inneren von uns. Er schwingt in uns mit den Geräuschen des Frühlings, mit den Farben des Herbstes, im glitzernden Schnee, wie die Ebene die im Juli in der Sonne flirrt. Diesen althergebrachten Weg muss man in sich selbst wiederfinden. So wie wir im Ursprung sind, in den Tiefen des Seins – so sind wir Buddha. Nichts ist zu viel, nichts fehlt. Es ist weil wir unsere reflexiven Kapazitäten zu unrecht gebraucht haben, dass wir in uns einen unaufhaltsamen Durst nach immer mehr Existenz entwickelt haben, durch diese Haltung haben wir Karma erzeugt und angehäuft.

In einem Sutra steht: „Die Gesamtheit des angehäuften Karmas kommt im Ursprung von falschen Vorstellungen“. Wie zum Beispiel die den wahren Sinn unseres Lebens nicht zu verstehen, nicht die Praxis zu verstehen die unseren Körper und unser Leben bei guter Gesundheit hält, nicht zu verstehen, dass das Essentielle die Liebe die wir den Anderen entgegenbringen ist. Das Sutra fährt fort: „Wenn eine Person sich ändern möchte, dann lasst sie hinsitzen und über die wahre Natur aller Dinge meditieren“.

Buddha Shakyamuni ergänzt am Ende seines Lebens: „Denkt dass ich nichts gesagt habe, im Gegenzug setzt euch in Zazen wie ich es selbst getan habe und gebt die illegitimen Begierden und die bedrückenden Leidenschaften auf.“ Jedes menschliche Wesen ist fähig dies für sich selbst zu tun.

Gebt die illegitimen Begierden und die bedrückenden Leidenschaften für das Wohl aller Existenzen auf – das ist der Weg, das ist das Leben, das ist die Wahrheit.

Taiun JP Faure, August 2022

An der Quelle ist die Stille

  Geht nicht in die Vergangenheit um in der kalten Asche zu stochern um die Wahrheit zu finden. Verwechselt auch nicht die Träume von der Zukunft mit der Realität – der lebendigen, hitzigen Realität, die immer da ist, die ständig…

Die Vereinigende Absorption

Man kann aus allen möglichen persönlichen Gründen beginnen zu praktizieren: Um mehr Erfolg im Leben zu haben, um seine Gesundheit zu verbessern, um seine intellektuellen Fähigkeiten zu erweitern… Tatsächlich verwechselt man am Anfang…

Absolut, ohne Zweifel – so ist das Dharma

Es ist immer gut sich daran zu erinnern, dass Zazen keine ordinäre Meditation ist. Zazen ist die Realität so zu erfahren wie sie ist – gleichwohl seine innere Realität wie auch die äußere Realität. Das Hokyo Zanmai ist einer der grundlegenden…

Chosan

Begegnung mit dem Gründerabt

Bei einer Tasse Tee im Kreis der Schüler spricht der Meister frei über das Dharma.
Unterweisungen zumeist im Zusammenhang mit Alltagssituationen.

Ein Kloster ist nicht groß, weil es viele Schüler hat.
Es ist groß, weil man in ihm jeden Tag Chosan praktiziert.
Meister Dôgen

Chôsan zum Engagierten Buddhismus

Das chôsan bezieht sich auf den Film „Le vénérable W.“ über einen Mönch aus Birma, der Haltung zum islamischen Rassismus bezieht. Ich habe Vorbehalte gegenüber der Haltung des Engagierten Buddhismus, der in die politische Richtung…

Zen und Psychoanalyse

" [...] Das Zen ist ein ganz anderer Weg, der nicht das Ego reparieren möchte, es mit der Gesellschaft und den Seinesgleichen kompatibel machen möchte. Das Zen kümmert sich um andere Probleme, um andere Wagnisse [...]" (Video auf fr…

Mondo

Fragen und Antworten

Im Mondo hat der Schüler die Gelegenheit dem Meister eine Frage zu Aspekten der Unterweisung und zu ihrer Realisierung im Alltagsleben zu stellen.

Teisho

Vorträge

Die Unterweisung im Rahmen eines Vortrags zu einem gegebenen Thema.

Ansprache des Abtes während der Generalversammlung der AZK

Unsere materialistischen, westlichen Gesellschaften ernähren sich leider allzu oft von der Energie der drei Gifte. Sie sind in der Krise und brechen auseinander… Es muss sich etwas in unserer Lebensart ändern… Wie Buddha sagt, mündet…

Ein Gespräch mit Taiun JP Faure („Regards bouddhistes“)

(Hier einige Auszüge aus einem Gespräch mit Taiun Jean-Pierre Faure, Abt des Klosters Kanshoji, geleitet von der französischen Serie "Regard Bouddhiste" vom 4. Januar 2016. ) Regards Bouddhistes: Es gibt eine vorgefasste Meinung von Gewaltlosigkeit,…

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen

Hei jo shin kore do, die Besonderheit des Sôtô Zen Taiun Jean-Pierre Faure   Es ist fundamental zu verstehen, warum wir diese 10 Tage zusammen in diesem Kloster verbringen : „Wozu sind wir hierhergekommen, was ist die echte…

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Es gibt keinen Geist ohne Körper, es gibt keinen Körper ohne Geist. Tatsächlich handelt es sich um zwei Aspekte einer einzigen und identischen Realität.
Wenn Körper und Geist vereint sind, bleiben wir präsent in der ultimativen Realität, wie es Buddha Shakyamuni so gut sagt: „der gehörte Klang und derjenige der ihn hört sind sogleich vergessen.“ Dies zu tun gewöhnen wir uns durch Zazen an.
Wir können darum sagen: Wie auch immer die Situation ist in die wir geworfen werden, wir sind total offen und zugänglich.
Wenn wir alles, was im Bewusstsein erscheint, vorbeiziehen lassen ohne ihm zu entfliehen oder es zurückzuweisen, egal was es ist, dann trennt uns nichts mehr von der Realität. Körper und Geist sind Eins, wir werden Eins mit allen Wesen des Universums. Von dieser Einheit mit allen Wesen ausgehend könne wir ihnen mit Weisheit und Mitgefühl antworten.

Zazen ist kein Mittel für was auch immer. Zazen ist nur die Manifestation der ultimen Realität, die kein Ziel in sich trägt. Diese letztendliche Realität in uns hineinzutragen, das hat die Kraft unser Leben zu ändern. Man nimmt wahr, dass unsere Sichtweisen, unsere Konzeptionen, unsere Interpretationen alle relativ sind und sie in keinem Fall mit der letztendlichen Realität verwechselt werden dürfen.

Eine falsche Sichtweise der Realität lässt uns glauben, dass alle Dinge des Lebens permanent sind, dauerhaft sind, eine wahre Existenz haben, unabhängig von den Anderen. Aber es ist genau das Gegenteil.
Die Realität ist, dass alle Dinge des Lebens unbeständig sind und in wechselseitiger Abhängigkeit mit allen anderen Dingen existieren. Sie haben keine Existenz, die von den Anderen getrennt ist.

Buddha hat gelehrt, dass wir es sind, die durch unsere Ignoranz, unsere Gier und unsere Abneigungen unser eigenes Leiden verursachen. In der Folge versichert er, dass wir unseren Leiden entkommen können, indem wir
uns von den drei Verunreinigungen befreien, die die drei Gifte genannt werden.
Ignoranz (Verirrung, Unwissenheit):
Blind sein für die wahre Natur des Lebens, für die wahre Natur aller Dinge, Buddhanatur genannt. Diese Ignoranz hält uns davon ab unser Leben in einer korrekten und harmonischen Weise zu gestalten, da wir die Realität nicht so sehen wie sie ist.
Gier (Begehrlichkeit):
Unsere wahre Natur und die aller Dinge vernachlässigend, kennen wir nicht das befriedigende Gefühl der Ruhe und der Zufriedenheit. Es resultiert ein Zustand der Frustration und der Unvollständigkeit, der uns dazu drängt das Glück im Besitz, den materiellen Gütern, der Position in der Gesellschaft, im Renommee, der Anerkennung usw. zu suchen.
Abneigung (Zorn, Gewalttätigkeit, Hass):
Den erweckten Zustand ignorierend, beschuldigen wir die Anderen, haben eine Abneigung gegen alles was uns stört, und zeigen Zorn und Hass nach aussen.

Weil wir, meist ohne es zu wissen, den drei Giften folgen, unterhalten wir mit der Welt unaufrichtige Beziehungen, die unsere Entfaltung und die der Anderen verhindern.

Die Praxis des Buddhawegs besteht darin, mit Weisheit und Mitgefühl zu handeln. Das realisiert sich, wenn wir uns von den drei Giften befreien – der Ignoranz, der Gier, der Abneigung – und von allen toxischen Strömungen in uns.
Dann sind wir nicht mehr eingeschlossen in unseren egoistischen Gedanken und dadurch auch nicht mehr von den anderen Existenzen getrennt. Wir sehen die Anderen wie sie sind, mit ihren Freuden und mit ihrem Kummer. Wir empfinden das Bedürfnis, ihnen in ihrem Leiden zu helfen. Mitgefühl zu haben heisst, in Einheit mit dem Anderen zu sein. Der Fluss des Gebens fliesst dann natürlich und frei zwischen allen Wesen. Von den drei Giften befreit kommt die Tugend des Gebens von selbst. Dies ist charakteristisch für die Lebensweise Buddhas.

Gedichte

Folgen der Sendung Buddhistische Weisheiten (Sagesses Bouddhistes) auf France 2

  • Kanshoji, monastère zen dans le Périgord Vert
  • Quelle place et quel sens donner à la vie monacale ?
  • Comprehension du Bouddhisme par les occidentaux, difficultés et pièges.
  • La relation maître disciple
  • La résonance dans la voie du Bouddha
  • Le désir d’appropriation, sources de toutes les souffrances