Den Weg studieren, den Weg praktizieren, das ist sich selbst zu studieren.
Sich selbst zu studieren, das ist sich selbst zu vergessen.
Sich selbst zu vergessen, das ist eins werden mit allen Existenzen.

Den Weg praktizieren, das ist sich selbst zu vergessen.

Den Weg zu studieren, das ist nicht studieren wie an der Universität, wie in Büchern zu lernen. Den Weg zu studieren, das ist die Lehre Buddhas durch die Praxis zu verifizieren, sie in der Praxis zu verifizieren. Das ist wie Schwimmen lernen: Es gelingt nicht durch das Lesen eine Buchs, es gelingt nur durch das Lernen im Schwimmbad oder im Meer.

Den Weg zu studieren, das ist das Vergessen des Selbst in jedem Moment, das Praktizieren der Vergänglichkeit, das Praktizieren der gegenseitigen Abhängigkeit – den Anderen wahrnehmen und berücksichtigen. Das hat nichts mit dem Lernen und der Praxis in einem Büro zu tun. Manche Personen studieren die Sutras, wie man in der Schule einen Roman oder einen Autor studiert. Alle Sutras, alle Lehrreden Buddhas, entspringen aus  Zazen und laden uns ein Zazen zu praktizieren. Alle Unterweisungen zeigen uns die Praxis. Sie führen und leiten uns zur Praxis. Alle Unterweisungen studieren sich in der Praxis und durch die Praxis.

Manche Leute sagen mir: „Ich habe Angst Buddhist zu werden. Ich habe Angst, dass die Unterweisung nicht richtig ist. Also denke ich darüber nach.“ Nur durch die Umsetzung der Unterweisung in die Praxis werdet ihr wissen ob sie wahr ist oder nicht.

Ihr könnt nicht mit der Realität verhandeln. Wenn der Meister mit dem Finger auf den Mond zeigt, wenn der Meister mittels der Unterweisungen zur Erweckung einlädt, dann schaut der Dummkopf auf den Finger, der Dummkopf studiert aus den Büchern, er studiert die Worte. Der Finger zeigt nur den Mond. Die Unterweisungen Buddhas zeigen uns die Erweckung.

Manche könnten dazu verführt sein die Lehren Buddhas zu studieren, um bei Partys in der Gesellschaft damit anzugeben. Die Unterweisung Buddhas hat als einziges Ziel uns voranzutreiben, uns einzuladen die Erfahrung der puren Existenz zu erleben, der Vergänglichkeit und der gegenseitigen Abhängigkeiten.

Auf die Frage von jemandem: „Wozu dient eure Unterweisung?“ antwortet der Meister: „Dazu das weinende Baby zu beruhigen“.

Am Ende sagt uns die Unterweisung: „So wie ihr seid seid ihr Buddha.“ Es gibt nichts zu tun, es gibt nichts zu fabrizieren, nur die Realität zu akzeptieren ohne in alle Richtungen herumzurennen, ohne sich zu beschweren, ohne von jemandem anderem zu verlangen für uns zu praktizieren. Nicht auf dem künstlichen Niveau der Worte stehenzubleiben, nicht an der Oberfläche der Dinge bleiben, nicht auf dem Niveau kleiner Gehirnwellen zu bleiben sondern sich im unendlichen Ozean einzupflanzen.

Taiun JP Faure, Januar 2022

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