Die richtige Haltung einzunehmen verlangt ein großes Feingefühl, eine große Aufmerksamkeit, ein totales Engagement. Sich selbst in die Hand zu nehmen ohne sich selbst weh zu tun. Manche besitzen die Unverfrorenheit oder die Arroganz zu glauben, dass sie über den Dingen stehen. Am Ende vernachlässigen sie nur das Essentielle.
Die korrekte Haltung von Körper und Geist einzunehmen verlangt sich selbst zu vergessen. Sich selbst zu vergessen ist alles wegzulassen was nutzlos ist, alles fallenzulassen was nutzlos ist. Diese delikate Haltung ohne unnötige Spannung ist die Haltung der Osterglocken im Frühling, die die noch gefrorene Erde durchstoßen. Es ist die Spannung der Erweckung – ohne Spannung.
Diese richtige Spannung ist, wenn der Körper und der Geist vereint sind, wenn die Aufmerksamkeit in jedem Punkt der Haltung abgelegt ist. In diesem Moment ist der Körper Bewusstsein. Descartes sagte: „Ich denke also bin ich“. Ich weiss nicht genau was er damit sagen wollte …. Im Zen, jenseits des Denkens ist das Bewusstsein. Das Bewusstsein ist zum Unendlichen hin offen. Das Bewusstsein ist nicht irgendwas, es ist ein Zustand des Geistes. Der Geist hält sich mit nichts Speziellem auf, aber er umarmt die Gesamtheit, er ist präsent in der Gesamtheit.
Hin zu einem weiten Bewusstsein ohne Grenzen zu gelangen, ohne sich zu Beschmutzen, das ist der absolute politische Akt. Aus den eingefahrenen Spuren der Gedanken auszubrechen. Aus seinen Obsessionen auszubrechen. Einen neuen Blick auf die Welt zu werfen, ohne Vorwürfe, ohne Arroganz. Das ist es was die Menschheit heute braucht um die Kurve zu bekommen, um den Ausweg aus der Sackgasse zu finden.
Dies ist die wahrhaftige, authentische spirituelle Praxis, welche den Körper und den Geist, jenseits aller unserer fehlerhaften Ansichten antreibt.
Sein Herz öffnen, das ist zur tiefsten Wurzel unserer Realität streben, Zugang zu bekommen zu dem was wir wirklich sind. Der Körper, das ist das Innerste, das Tiefste was wir haben. Wenn es keinen Körper gibt, dann gibt es kein Bewusstsein. Jenen Punkt erreichen an dem Körper und Geist vereint sind, wo der Geist von jeder fehlerhaften Konzeption reingewaschen ist, wo wir die Realität so wie sie ist bewusst aufnehmen, wo wir unser tief verstecktes Fehlverhalten bewusst wahrnehmen, wo wir ohne Unterlass alles Geglaubte hinter uns lassen, auch allen Aberglauben.
Ich wiederhole mich, das ist der absolute politische Akt. Es ist nicht einfach, aber auch nicht schwierig. Zur Erde des Geistes zurückkehren. De Erde ist der Humus. Die Erde des Geistes, das ist zu einer ehrlichen Bescheidenheit zurückzukehren, zum ursprünglichen Geist.
Unseren Blick auf die Erde ändern. Unseren Geist von allen Ansichten reinwaschen, von allen fehlerhaften Konzeptionen. Diese Veränderung in unserem Geist realisieren, das ist die Welt verändern.

Taiun JP Faure, September 2020

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