Hossenshiki, oder auf Deutsch „Kampf des Dharma“, ist ein außerordentlicher Moment im Leben eines Mönchs oder einer Nonne in der Tradition des Zen Sôtô.

Diese Zeremonie wird während eines Ango (einer mehrmonatigen Ausbildung) gemacht, in welcher der Mönch oder die Nonne die Funktion des „ersten der Mönche*“ inne hat. Das Bedeutet, dass er oder sie für die andern Teilnehmer der Ausbildung ein Vorbild in seiner/ihrer Praxis und Geist ist.

Während dieser Zeremonie drückt der „erste der Mönche“ sein Verständnis aus, indem er/sie auf Fragen über den Dharma antwortet und öffentlich, unter Leitung des Abtes des Klosters, sein/ihr Engagement im Dharma erneuert.

So hat Kôsen Carole Servan, Nonne im Kloster Kanshoji, ihre Hossenshiki- Zeremonie im Tempel von Chuoji** am 18.12.2017 unter der hohen Aufsicht von Dônin Minamizawa- Roshi,  Abt, und in Anwesenheit ihres Meisters Taiun Jean-Pierre Faure, des Abtes von Kanshoji, gemacht. Die ganze Zeremonie hindurch wurde sie von der Novizin Jian Pascale Buffet assistiert. Kôsen legte Zeugnis einer großen Bestimmtheit wie auch einer tiefen Konzentration ab. Es war ziemlich außergewöhnlich und berührend, zwei französische Nonnen eine solche Zeremonie in einem japanischen Kloster führen zu sehen.

 

* der Shusso

** Sapporo, Insel Hokkaido, Japan